Zum Inhalt springen
Hero_frankfurt_tower.jpg

Dezentrale Wärme- und Kälteverteilung für Deutschlands höchstes Wohngebäude

Uponor liefert über 400 Wohnungsstationen und 300km Fußbodenheizungsrohr für Grand Tower in Frankfurt am Main

Einen der größten Aufträge der Firmengeschichte setzt Uponor derzeit gemeinsam mit dem Tochterunternehmen KaMo um. Im Frankfurter Grand Tower, Deutschlands höchstem Wohnkomplex, werden alle 401 Apartments und Penthouses mit Wohnungsstationen des Herstellers aus Ehingen ausgestattet. Ausschlaggebend hierfür sind die hohen Anforderungen an die Wärme- und Kälteversorgung der luxuriösen Eigentumswohnungen. So stellen die eigens für das Projekt entwickelten Lösungen einen optimalen individuellen Temperaturkomfort für die Bewohner sowie die klare Trennung der Primär- und Sekundärnetze im Gebäude sicher. Dabei werden die kompakten Stationen als Komplettpaket mit fertig verdrahteter Regelungstechnik geliefert, was für zügige Abläufe auf der Baustelle sorgt. Zusätzlich kommen in dem Wohnhochhaus etwa 300.000m Rohrleitung des Typs Uponor Comfort Pipe für die Fußbodenheizung zum Einsatz.

Der im Frankfurter Europaviertel entstehende Grand Tower zeichnet sich vor allem durch seine eindrucksvolle, dynamische Architektur und den exklusiven Wohnkomfort aus. Bereits im Vorhinein erhielt das wegweisende Projekt daher zahlreiche renommierte Auszeichnungen, wie etwa den German Design Award oder den International Property Award 2017. In der Tat bekommen die Bewohner des 47 Etagen umfassenden Wohnturms einiges geboten. Zu den Highlights gehören eine Lobby mit Concierge-Service, ein 1.000m2 großer Dachgarten sowie ein Sonnendeck auf 145 m Höhe. Auch die 41 bis 300m2 großen Wohnungen geben mit ihrer raumhohen Verglasung einen beeindruckenden Ausblick auf Frankfurt und den Taunus frei. Die Eigentümer der Penthouses können zudem während der Bauphase Einfluss auf die Gestaltung der Einheiten nehmen.

Diesen hohen Ansprüchen an Flexibilität und Wohnkomfort entspricht auch die Wärme- und Kälteversorgung des Hochhauses. Die Basis bilden hier ein Fernwärmeanschluss mit einer Leistung von 1,5 MW sowie zwei auf dem Dach installierte Kaltwassererzeuger mit Leistungen von jeweils 550 kW. Die Wohnungsstationen dienen als Übergabepunkte für die Wärme und Kälte an die Wohnbereiche. Sie werden über die Steigstränge mit Heiz- und Kühlwasser versorgt und stellen mithilfe integrierter Wärmeübertrager eine klare Systemtrennung sowie die bedarfsgerechte Energieverteilung an die einzelnen Verbraucher sicher. In den unteren Etagen sind die Wohneinheiten mit einer Fußbodentemperierung und einem Badheizkörper sowie in den oberen Stockwerken zusätzlich mit einer Kühldecke und bei Bedarf mit einem Fan Coil ausgestattet.

Die Trennung der primären und sekundären Heiz- und Kühlkreise bringt in dem Wohnturm eine Reihe von Vorteilen mit sich. So können die Bewohner die Raumtemperaturen über die Stationen vollkommen unabhängig vom Gesamtsystem an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen, wodurch sich der Wohnkomfort signifikant erhöht. Dabei stellt der in den dezentralen Lösungen integrierte 6-Wege-Kugelhahn sicher, dass die Verbraucher sowohl im Heiz- als auch im Kühlbetrieb jederzeit zuverlässig mit der erforderlichen Durchflussmenge an Warm- bzw. Kaltwasser versorgt werden.

Durch die Entkopplung der Wohneinheiten lässt sich zudem bei einer eventuellen Störung in der komplexen Anlage relativ schnell die Fehlerquelle identifizieren. Liegt diese im Wohnbereich, bleibt bei Reparaturmaßnahmen der Rest des Heizungssystems vollständig in Betrieb. Ebenso ermöglichen die Stationen den einfachen nachträglichen Einbau einer Kühldecke oder eines Fan Coils, da die erforderlichen Anschlüsse bereits vorhanden sind und die Nachrüstung ohne Auswirkungen auf den Rest der Anlage durchgeführt werden kann.

Gleichzeitig sind für die zuverlässige Energieverteilung in dem Komplex hohe Drücke in den Steigleitungen erforderlich, welche durch die Wohnungsstationen zuverlässig ausgeglichen werden. Hierfür ließ der Hersteller umfangreiche Tests mit den Rohren der Lösungen durchführen, um diese für Nenndrücke bis PN 25 zertifizieren zu lassen. Darüber hinaus kommen dynamische Differenzdruckregler zum Einsatz, die den Anlagendruck (PN 16) bei der Übergabe an die Heizkreise auf das für die Sekundärkreise optimale Niveau abmindern.

Die exakte Anpassung der Wohnungsstationen auf die hohen Anforderungen des Gebäudes spielte bei der Auftragsvergabe eine große Rolle. Darüber hinaus erhielten die Projektbeteiligten von Uponor und KaMo umfassende Beratung und Unterstützung. Hinzu kam die hohe Flexibilität bei der Produktion der Stationen, von denen zu Anfang zehn Einheiten pro Woche auf die Baustelle geliefert werden mussten. Die Fertigstellung des Grand Tower ist für 2019 geplant. 

Ein wichtiger Bestandteil der liNear Software sind die Datensätze der liNear Industriepartner. In diesem Projekt profitierten die beteiligten Unternehmen Ventury und M&S Haustechnik von den detaillierten Datensätzen der Uponor Flächenheizsysteme und KaMo Wohnungsstationen – sowohl in der Berechnung und Auslegung als auch in der Konstruktion. Die Datensätze werden regelmäßig aktualisiert und geprüft und allen liNear Anwendern kostenfrei zur Verfügung gestellt.


Projektbeteiligte

Projektentwickler und Bauherr: 
gsp Städtebau GmbH, Berlin

Architekt: 
Magnus Kaminiarz & Cie. Architektur, Frankfurt am Main
Planung Haustechnik: ventury GmbH, Dresden

Ausführung Haustechnik: 
M&S Haustechnik GmbH, Friedrichroda 
(Firmenverbund zwischen der Mathias GmbH Waltershausen und Schieck Aquatec GmbH Ernstroda)

Lieferant:
Uponor GmbH

Produkte

Wärme- und Kälteverteilung: 
401 KaMo Wohnungsstationen Combi

Fußbodenheizung: 
300.000m Rohr Uponor Comfort Pipe 16 x 1,8mm


Planungsleistung der Ventury GmbH 
Baubegleitende Planung der Gewerke Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär, Feuerlöschanlagen (Hydranten) inklusive Mess- und Regeltechnik in den Planphasen 2 bis 7 inklusive 3D-Modellierung aller relevanten Geschosse (mit liNear Software)

Besondere Herausforderungen: 

  • Sehr beengte Platzverhältnisse und hohe statische Anforderungen an das Tragwerk erschwerten die Durchbruchsplanung sowie die vertikale und horizontale Erschließung aller Gebäudebereiche mit Medien
  • Brandschutz im Hochhausbau bis F120
  • Koordinationsplanung aller Gewerke inkl. Fremdgewerke wie Hochdruckwassernebelanlage und Elektroinstallation
  • Vorausschauende Planung unter Berücksichtigung der Bauabfolge
  • Einbringkonzepte und Baustellenlogistik während Bauphase vordenken und in Planung integrieren
  • Trennebene der vertikalen H/K-Versorgung innerhalb der Wohngeschosse 22/23 unter äußerst beengten Bedingungen, nur mit 3D-Planung nachweisbar
  • Wohnungsversorgung mit höchsten Anforderungen an Funktion (Heizen u. Kühlen), Regelbarkeit, Platzbedarf und Versorgungssicherheit (Systemtrennung von Wohnung und Hauptnetz)

Firmenprofil
Die Firma Ventury GmbH wurde 2007 gegründet und verfügt mit ihrem Mitarbeiter­­stamm über langjährige Erfahrungen in der Planung und dem Bau von gebäude- und prozess­technologischen ­Anlagen sowie von energie­technischen Projekten. Energieerzeugung und -verteilung, Haustechnik aller Gewerke sowie thermische und energie­wirtschaftliche Simulationen gehören zu den vielfältigen Arbeitsfeldern des Unternehmens.
www.ventury.org


Uponor ist einer der weltweit führenden ­Anbieter von Systemen und Lösungen für die hygienische Trinkwasserversorgung, energieeffi­zientes Heizen und Kühlen und zuverlässige Nahwärmenetze. Zur Uponor Unternehmensgruppe mit rund 4.000 Mitarbeitern in 30 Ländern gehört auch die KaMo GmbH in Ehingen. Gemeinsam mit den Tochtergesellschaften bietet Uponor ganzheitliche Konzepte für unterschiedlichste Gebäudetypen – vom Wohnungs- und Gewerbebau bis hin zu Industrie und Tiefbau. Konzipiert aus einer Hand, erfüllen sie höchste Ansprüche im Hinblick auf Komfort, Design, Sicherheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Uponor hat 2018 einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.
www.uponor.de | www.kamo.de


Die M+S Haustechnik GmbH wurde 2016 als Firmen­verbund zwischen der Mathias GmbH Waltershausen und Schieck Aquatec GmbH Ernstroda gegründet. Seither realisiert das Unternehmen Großprojekte von der Planung bis zur Fertigstellung der Haustechnik.  
www.mathiasgmbh.de | www.schieck-aquatec.de