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STAY URBAN AND GREEN
Die urbane Nachbarschaft enthält nicht nur die wichtigsten Dinge zum Leben, sondern auch zum Wohlfühlen. Über ca. 90 000 qm Brutto-Grundfläche erstrecken sich Wohnfläche, Bürokomplexe, Einzelhandel, sowie Restaurants, Cafés, Fitnessstudios und weitere Angebote zur Freizeitgestaltung. Zwei Hotelgebäude unterschiedlicher Sternekategorien ziehen auch Gäste aus anderen Regionen zum Verweilen und Genießen an. Beim Arbeiten in einem der Büros in 80 Metern Höhe kann man hier den Blick über die Havel schweifen lassen. Die sechs Gebäudeteile sind durch Untergeschosse und ein Sockelgeschoss miteinander verbunden. Die Spandauer Arcaden direkt gegenüber locken zum Bummeln, während die grünen Außenanlagen und die Havel zum Verweilen und Spazieren einladen. 

 

WATER IS THE KEY!
Die Havel dient jedoch nicht nur als Wohlfühlfaktor, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit. Das Wasser der Havel wird als Rohstoff genutzt und sorgt für die Kühlung des gesamten Komplexes. Dieser Idee folgend, entstand ein innovatives Energiekonzept, das ohne klassische Klimaanlagen auskommt und so ei­nen großen energetischen Vor­teil mit sich bringt. Durch das hier betriebene Energierecycling mit der Natur ist es möglich, die Kosten für das Kühlen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Wasser als regenerative Energiequelle wird der Havel zunächst mithilfe einer der größten Wasser-Wasser-Wärmepumpen Europas entzogen. In diesem offenen System fließt das Wasser konstant über die Brunnenpumpe in den Kreislauf, kühlt die Gebäude und verlässt das Quartier über den Schluckbrunnen zurück in den Fluss.

Auch für den Heizwärmebedarf haben sich die Ingenieure einen smarten Energierecyclingprozess einfallen lassen. So wird das in der Kanalisation befindliche warme Abwasser über eine Druckleitung abgekühlt und die aus diesem Prozess gewonnene Wärmeenergie dem Quartier mithilfe einer Wärmepumpe zugeführt. Das zuvor beschriebene Energierecycling sorgt in zweierlei Hinsicht für eine positive Energiebilanz. Auf der einen Seite kann dem Quartier Heizenergie aus dem Abwasser günstig zur Verfügung gestellt werden. Auf der anderen Seite profitieren die Wasseraufbereitungsbetriebe dadurch, dass sie nun weniger Energie zum Abkühlen des warmen Abwassers vor der Aufbereitung einsetzen müssen, um es anschließend dem Wasserkreislauf wieder zuzuführen.

Zum Wohle der Umwelt müssen klimaschützende Maßnahmen wie in diesem Bauvorhaben vermehrt Einzug in Immobilienprojekte finden. Bauherren und Planerteams müssen ermutigt werden, dem Beispiel des Spandauer Ufers für eine bessere Welt zu folgen. Nachhaltige und innovative Ergebnisse, wie sie in diesem Projekt angestrebt sind, werden mit Auszeichnungen der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Gold-Status belohnt. Zudem wird die Wired-Score-Zertifizierung angestrebt, welche die digitale Konnektivität von Immobilien bewertet. 

ANSPRUCHSVOLLE PLANUNG
Dass solche hochkomplexen Projekte einen besonderen Anspruch an die Planung besitzen, wird schnell deutlich. Daher ist es umso wichtiger, auf die BIM-Methode zurückzugreifen und bereits ab dem ersten Planungsschritt mit einem hohen Detaillierungsgrad zu arbeiten. Eine ordentliche Planungsorganisation und die Verwendung von Building Information Modeling ermöglichen allen Beteiligten ein kollaboratives Arbeiten in engster Absprache und einer stetigen Überprüfung auf Kollisionen und Fehlerquellen. Die Auswahl der richtigen Software ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Die DES GmbH setzt daher mit LINEAR auf eine Softwarelösung, welche direkt in Revit integriert ist. Veraltete Planungsmethoden bergen ein großes Risiko, dass Fehler erst zu spät erkannt werden. Insbesondere bei einem Projekt wie dem Spandauer Ufer mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bauteile aus verschiedenen Gewerken ist es wichtig, Fehler frühzeitig zu identifizieren, um mit dem gesamten Planungsteam kollaborativ neue Lösungsansätze herauszuarbeiten. So werden diese nicht erst auf der Baustelle sichtbar, was zu Einbußen in Kosten, Qualität und Zeit führen würde. In einem Projekt dieser Größe ist es durch die vielen beteiligten Partner und die daraus in großer Anzahl resultierenden Schnittstellen zwischen den Projektbeteiligten wichtig, immer den Überblick zu behalten und alle Beteiligten, sowie ihre Arbeiten in Einklang zu bringen. Die Programme ermöglichen penible Planungsarbeiten und sind wie gemacht für die Entwicklung hochindividueller Energiekonzepte für einzigartige Projekte wie das Spandauer Ufer. In der Software kann in Absprache mit allen Beteiligten unter Kontrolle des BIM-Managers jede Technik und jedes Bauteil verschoben und angepasst werden, bis sich ein fehlerfreies Ergebnis durch die Clashpointanalyse ergibt und einem reibungslosen Baubeginn nichts im Wege steht. Die Lösung von LINEAR sorgt zum einen dafür, dass die vom Hersteller hinterlegten Bauteile detailgetreu eingepflegt werden können und der benötigte Platzbedarf bis aufs kleinste Detail genau berechnet werden kann. Zum anderen sind zu jedem Bauteil alle wichtigen Informationen hinterlegt, welche den Informationsaspekt in Building Information Modeling auf ein ganz neues Niveau heben. Durch Anwendung der Software können die Projekte durch ihren digitalen Zwilling einen hohen Grad an Kostensicherheit, Qualität und Zeitmanagement bieten. 

Die DES GmbH nutzt die Software, um die individuell erstellten Gebäudekonzepte optimal und unter Berücksichtigung des architektonischen Designs planen zu können. Design besitzt in der Architektur einen hohen Stellenwert, daher plant die DES GmbH so, dass die TGA sich optimal in die Optik der Immobilie integriert. Die BIM-Methode ermöglicht es weiterhin, den Projektstatus sehr transparent zu kommunizieren. Der digitale Zwilling enthält sämtliche Informationen, um den späteren Betrieb des Quartiers sicher und effizient gewährleisten zu können. All diese Faktoren führen dazu, dass das Spandauer Ufer als eine Vision der Zukunft schon in der Gegenwart realisiert werden kann. Das angestrebte Ziel, den DGNB-Gold-Status und die WiredScore-Zertifizierung zu erreichen, sorgt zu guter Letzt dafür, dass dieses Projekt in jeder Hinsicht einen Vorbildcharakter erhält.

Das gesamte Team der DES GmbH ist stolz darauf, bei diesem nachhaltigen und visionären Projekt mitzuwirken. Es wäre schön, wenn in der Zukunft viele weitere Bauherren diesem Vorbild der Firmen Merz und FAY folgen und echte Nachhaltigkeit in ihren Projekten umsetzen, sodass Greenwashing auf dem Markt keinen Platz mehr findet.


Seit der Gründung im Jahr 1991 ist es der DES GmbH gelungen, sich in drei Jahrzehnten bundesweit mit innovativen Projekte aufzustellen. Mit ca. 50 Mitarbeitern ist das Unternehmen bestrebt, jung und agil zu bleiben und dabei nachhaltige Projekte für eine bessere Nachwelt zu designen. Die Fachkenntnis im Bereich der technischen Gebäudeausstattung gepaart mit dem Bestreben nach Innovation führen zu modernen und zukunftsweisenden Konzepten. Außerdem wird Nachhaltigkeit in den Fokus der Planung gerückt. Denn DES ist grün. DES blickt über den Tellerrand und konzipiert Lösungen für Gebäudekomplexe
und Quartiere über die eigene TGA hinaus.

In der DES GmbH findet sich aber nicht nur Know-how aus dem Bereich der Gebäudetechnik wieder. Zu unserem Team gehören zahlreiche kreative, planende, erfinderische und entwickelnde Köpfe aus verschiedensten Branchen und Fachbereichen. Auch durch softwaregestützte Qualitätssicherung sowie eigene Design-, Grafik- und IT-/Software-Abteilungen ist das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt. Jeder findet seinen Platz und bringt sich mit seinen Ideen ein. Durch die Verwendung von innovativer Planungssoftware und einer eigens entwickelten E-Learning-Plattform sind die Arbeitsschritte nicht nur höchst effizient, sondern auch digital und transparent. An allen Standorten wird kollaborativ und integral am BIM-Projekt gearbeitet. Auf diese Weise spielt der Standort der eigenen Mitarbeiter keine Rolle, sodass jeder seinen Arbeitsplatz selbst bestimmen kann. 

Nachhaltigkeit, Kostensicherheit und Design in Einklang zu bringen, zeichnet die DNA der DES GmbH aus. Mit BIM als Planungsmethode arbeiten alle Beteiligten kollaborativ in Echtzeit an einem digitalen Gebäudezwilling. Der technische Maßanzug für die Projekte wird individuell konzipiert, damit nur so viel Technik wie nötig bedarfsgerecht verarbeitet wird.

So individuell wie die TGA-Planung selbst werden alle Möglichkeiten des Projektstandorts genutzt, um nachhaltige Energiekonzepte zu entwickeln.