Details zu "Berechnungsparameter" (Quartiersnetze)
Informationen zur Registerkarte Berechnungsparameter der Einstellungen für die Rohrnetzberechnung Quartiersnetze.
Auf dieser Registerkarte legen Sie globale Einstellungen und Grenzwerte für die Rohrnetzberechnung Quartiersnetze fest.
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Bemessung
In diesem Bereich legen Sie die Auslegungstemperaturen und Grenzwerte für die Rohrnetzberechnung fest. Für alle Parameter sind bereits sinnvolle Werte für die Berechnung von Quartiersnetzen eingestellt, die Sie bei Bedarf an die Anforderungen Ihres Projekts anpassen können.
Auslegungstemperatur für Verbraucher - Vorlauf: Legt die Auslegungstemperatur für Verbraucher im Vorlauf fest.
Auslegungstemperatur für Verbraucher - Rücklauf: Legt die Auslegungstemperatur für Verbraucher im Rücklauf fest.
Max. Geschwindigkeit in Verteilleitungen: Legt den Grenzwert für die höchste Geschwindigkeit in den Verteilleitungen fest.
Max. Geschwindigkeit in Hausanschlussleitungen: Legt den Grenzwert für die höchste Geschwindigkeit in den Hausanschlussleitungen fest.
Max. Rohrreibungsdruckgefälle in Verteilleitungen: Legt den Grenzwert für das höchste Rohrreibungsdruckgefälle in den Verteilleitungen fest.
Max. Rohrreibungsdruckgefälle in Hausanschlussleitungen: Legt den Grenzwert für das höchste Rohrreibungsdruckgefälle in den Hausanschlussleitungen fest.
Max. Systemdruck: Legt den Grenzwert für den höchsten Druck im Quartiersnetz fest.
Trinkwassertemperatur kalt: Legt die Temperatur für kaltes Trinkwasser fest.
Höhendaten berücksichtigen
Aktiviert: Eingefügte Höhendaten werden bei der Berechnung berücksichtigt, um die geodätischen Höhendaten der Leitungen zu ermitteln und in die Berechnung mit einzubeziehen. Im Berechnungsdialog werden die Höhenlagen der einzelnen Trassenabschnitte in der Spalte H ausgegeben.
Mit der sich unter dem Bereich Höhenpunkte befindenden Funktion Objekte beschriften < können Sie Höhenpunkte in der Zeichnung beschriften.
Medium
Öffnet den Dialog Medium, in dem Sie das aktuell verwendete Medium bearbeiten oder bei Bedarf ein anderes Medium laden können.
Gleichzeitigkeit
Dropdown-Liste zur Festlegung des Gleichzeitigkeitsverfahrens, das bei der Berechnung verwendet wird. Die Gleichzeitigkeit legt fest, wie viele Verbraucher des Quartiersnetzes zur selben Zeit Wärme beziehen und beeinflusst somit direkt die Dimensionierung der Leitungen und Pumpen. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:
- 100 %: Es werden alle Verbraucher gleichzeitig mit voller Leistung berücksichtigt. Dieses Verfahren dient in der Regel als Worst-Case-Ansatz oder für Testszenarien ohne Reduktion durch Gleichzeitigkeit.
- DS 439: Ist ein dänischer Standard für typische Lastprofile in Quartiersnetzen. Aufgrund der Berücksichtigung von realistischen Nutzungsverteilungen eignet sich die DS 439 für praxisnahe Netzsimulationen.
- VDI 2072: Die VDI 2072 sollte für Anlagen verwendet werden, in denen zentral erwärmtes Trinkwasser über Frischwasserstationen oder zentrale Systeme bereitgestellt wird. Bei dieser Richtlinie werden die gleichzeitigen Zapfleistungen realistisch ermittelt, die die Grundlage für die Speicher-, Übergabe- und Netzdimensionierung bilden. Durch die Kombination von Nutzungsprofilen und Erfahrungswerten liefert dieses Verfahren deutlich praxisnähere Ergebnisse als bspw. der einfache pauschale Winteransatz.
Typische Einsatzbereiche sind Netze, in denen mehrere Nutzer gleichzeitig, aber nicht dauerhaft Warmwasser beziehen, bspw. Mehrfamilienhäuser mit Frischwasserstationen und Quartiere mit zentraler Wärmeversorgung und dezentralen Frischwasserstationen wie Hotels, Wohnanlagen oder öffentliche Gebäude.
- Winter: Bei diesem Verfahren wird ein erhöhter gleichzeitiger Bedarf in der Heizperiode vereinfacht angenommen. Das Verfahren eignet sich aufgrund der erhöhten Gleichzeitigkeit durch Addition von Heiz- und Trinkwasserbedarfen, um konservative Lastspitzen im Winterbetrieb abzubilden. Es ist zu beachten, dass bei der Addition nicht wirklich die komplette Trinkwasser- und Heizlast gleichzeitig auftreten. Die Verwendung dieses Verfahrens führt somit zu sehr hohen Massenströmen und großen Rohrdimensionen.
Min. Gleichzeitigkeit: Legt den Mindestwert für die Gleichzeitigkeit fest.
Dimensionierungsstrategie
Dropdown-Liste zur Festlegung der verwendeten Strategie bei der Dimensionierung des Quartiersnetzes. Die Dimensionierung wird abhängig von der gewählten Dimensionierungsstrategie in bis zu drei Schritten durchgeführt.
| Schritt | |
|---|---|
| 1 Grunddimensionierung | Es wird unter Berücksichtigung der festgelegten Grenzwerte ein Netz mit kleinstmöglichen Nennweiten erzeugt. Dabei werden alle Rohre so dimensioniert, dass die festgelegten Werte für die maximalen Geschwindigkeiten und maximalen Rohrreibungsdruckgefälle nicht überschritten werden. Der festgelegte maximale Systemdruck wird in diesem Schritt noch nicht berücksichtigt. Bei der Dimensionierungsstrategie keine wird nur dieser Schritt durchgeführt. |
| 2 Vergrößerung | Wird bei den Dimensionierungsstrategien Sequenziell, R-Wert und Druckverlust durchgeführt. Es werden ausgewählte Teilstrecken vergrößert, solange der erforderliche Pumpendruck des hydraulisch ungünstigsten Fließwegs größer ist als der festgelegte maximale Systemdruck. Die Reihenfolge, in der die Teilstrecken dabei dimensioniert werden, hängt von der gewählten Dimensionierungsstrategie ab. |
| 3 Partielle Reduzierung der Nennweiten | Wird bei den Dimensionierungsstrategien Sequenziell, R-Wert und Druckverlust durchgeführt. Abschließend wird versucht die vergrößerten Rohre wieder so weit zu verkleinern, wie es die Systemdruckbedingungen zulassen. Dabei werden die zuletzt vergrößerten Rohre zuerst geprüft (LIFO-Prinzip - Last in first out). |
Folgende Dimensionierungsstrategien stehen zur Auswahl:
- keine: Es wird nur die Grunddimensionierung (Schritt 1) durchgeführt und so unter Berücksichtigung der entsprechenden Bedingungen ein Netz mit kleinstmöglichen Nennweiten erzeugt.
- Sequenziell: Es werden alle drei Schritte des Dimensionierungsprozesses durchgeführt. Bei Schritt 2 werden die einzelnen Teilstrecken in der Reihenfolge vom Verbraucher hin zum Erzeuger sortiert und es wird versucht, die Rohre in dieser Reihenfolge unter Berücksichtigung der entsprechenden Bedingungen zu vergrößern.
- R-Wert: Es werden alle drei Schritte des Dimensionierungsprozesses durchgeführt. Bei Schritt 2 werden die einzelnen Teilstrecken absteigend nach ihren Rohrreibungsdruckgefällen sortiert und es wird versucht, die Rohre in dieser Reihenfolge unter Berücksichtigung der entsprechenden Bedingungen zu vergrößern.
- Druckverlust: Es werden alle drei Schritte des Dimensionierungsprozesses durchgeführt. Bei Schritt 2 werden die einzelnen Teilstrecken absteigend nach ihren Druckverlusten sortiert und es wird versucht, die Rohre in dieser Reihenfolge unter Berücksichtigung der entsprechenden Bedingungen zu vergrößern.
Wärmeverluste
In diesem Bereich legen Sie die Werte für die Parameter zur Berechnung der Wärmeverluste fest.
Bodentemperatur: Legt die durchschnittliche Bodentemperatur am Projektstandort fest.
Überdeckung: Legt die Schichtdicke des Erdreichs oberhalb der Rohrleitungen fest.
Lambda Boden: Legt die Wärmeleitfähigkeit des Bodens am Projektstandort fest.
Rohrabstand: Legt den Abstand zwischen Vor- und Rücklaufleitungen bei UNO-Rohrsystemen fest.
Lambda-Wert nach Alterung
Aktiviert: Die Eingabefelder für die Einflussfaktoren durch Feuchtigkeit und Alterung werden freigeschaltet und bei der Berechnung werden die Wärmeverluste durch Verschlechterung der Rohrdämmung durch Feuchtigkeit und Alterung berücksichtigt.
fm Einflussfaktor durch Feuchtigkeit: Legt den Einflussfaktor für die Verschlechterung der Rohrdämmung durch Feuchtigkeit fest.
fa Einflussfaktor durch Alterung: Legt den Einflussfaktor für die Verschlechterung der Rohrdämmung durch Alterung fest.
Tolerierte Temperaturabweichung zur Auslegung: Legt die Toleranz der Temperaturabweichung zu den Auslegungstemperaturen des Vor- und Rücklaufs fest.
Tolerierter Temperaturverlust im Vorlauf: Legt die Toleranz des Temperaturverlusts im Vorlauf fest.