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Klimaschutz braucht die Gebäudewende und eine beschleunigte Digitalisierung

Auf der internationalen Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 kamen Vertreter nahezu aller Länder der Erde zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: das Handeln der Menschheit klimafreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Auch Deutschland hat sich im Zuge dessen ­ambitionierte Ziele gesetzt. Ein großer Meilenstein auf dem Weg dorthin ist das Klimapaket 2030, das umfassende Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emission enthält. Beschlossen ist es bereits, die dazugehörigen Gesetze müssen von Bundestag und Bundesrat allerdings noch verabschiedet werden.

Doch schon jetzt ist klar: Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen allein werden wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Ziele zu erreichen. Vielmehr bedarf es massiver Veränderungen nicht nur in Politik und Wirtschaft, sondern auch im privaten Bereich, denn: Je eher der Umstieg auf energieeffizientere und ressourcenschonendere Lebensweisen geschieht, desto stärker kann der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Jetzt die Gebäudewende einleiten
Wichtigster Hebel für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist die Modernisierung veralteter Heizungen – mit anderen Worten: die Gebäudewende. In Deutschland sind 21 Mio. Heizungsanlagen installiert – zwei Drittel davon sind veraltet. Eine Modernisierung auf den Stand der Technik könnte den Endenergieverbrauch in Deutschland um 13 bis 15 % senken. Eine moderne Gas- oder Öl-Brennwertheizung reduziert die Heizkosten und spart bis zu drei Tonnen CO2 – jedes Jahr (Abb. 1). Eine relativ kleine Investition mit großer Wirkung.

Deutlich größer sind die CO2-Einsparungen, wenn der alte Heizkessel gegen ein innovatives Brennstoffzellen-Heizgerät wie beispielsweise Vitovalor ausgetauscht wird (Abb. 2). Gegenüber der üblichen Lösung mit Strombezug aus dem öffentlichen Netz und einem konventionellen Wärmeerzeuger halbiert ein Brennstoffzellensystem nahezu den CO2-Ausstoß eines Haushalts. Deshalb unterstützt die Bundesregierung den Einbau mit bis zu 11 100 Euro.

Kombinationen aus fossiler und erneuerbarer Wärmeerzeugung – etwa Solarthermie oder mit selbst erzeugtem Strom aus der PV-­Anlage – verbessern die Bilanz weiter. Damit kann jeder schon jetzt seinen CO2-Fußabdruck deutlich senken. Doch ungeachtet der heute verfügbaren technologischen Möglichkeiten und trotz der bestehenden Förderprogramme stagniert die Austauschrate bei 3 %. Wesentliche Rahmenbedingungen für ein neu aufgelegtes Förderprogramm „Heizungsmodernisierung“ müssen möglichst rasch kommuniziert und rückwirkend angewendet werden – andernfalls besteht das Risiko, dass Investitionen aufgeschoben statt angeregt werden. 

Gebäude für die Zukunft fit machen
Unsere heutige Generation muss ihre Gebäude zukunftssicher an die nächste Generation übergeben. Sie müssen den Menschen optimalen Raumkomfort und Luftqualität bieten, für Wohlbefinden zu Hause und am Arbeitsplatz – 90 % unserer Zeit verbringen wir ­„drinnen” (Abb. 3). Mit sinkenden Emissionen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand 2050. Dies steigert den Immobilien­wert – und damit den Wert der größten Investition, die die meisten von uns im Leben tätigen. So erhalten wir unser kulturelles Erbe, ­kreieren attraktive Lebensräume und schaffen bleibende Werte.
 

Digitalisierung beschleunigen
Die Digitalisierung verwandelt Gebäude in einen interaktiv inte­grierten Bestandteil von Strom- und Wärmenetzen – und damit zu einem Teil des zentralen Nervensystems einer klimaneutralen Volkswirtschaft. Digitale Gebäudetechnologien und künstliche Intelligenz ermöglichen Raumklima und Ressourceneinsatz an individuelle Bedürfnisse exakt anzupassen oder Defekte in der Anlagentechnik frühzeitig zu entdecken und zu beheben. Sensorik und Assistenzsysteme sind schon jetzt beliebt: Heute sind dreimal mehr Sensoren in unseren Häusern installiert als noch vor fünf Jahren. Mehr als 80 % der Nutzer von Smart-Home-Systemen geben an, dass durch sie der Alltag einfacher wird (Abb. 4). Verlässliche Rahmenbedingungen für Gebäudeeffizienz, intelligente Netze und für Datensicherheit sollten die Digitalisierung beschleunigen. 

Vorteile CO2-freier Brennstoffe effektiv nutzen
Um Gebäude bis 2050 klimaneutral zu machen, müssen wir fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzen. Dies ist mit Strom aus Wind- und Sonnenenergie möglich, der zum Beispiel Wärmepumpen antreibt. Eine weitere Option ist der Einsatz von gasförmigen und flüssigen Brennstoffen auf Basis regenerativer Energien, wie etwa Wasserstoff aus Power-to-Gas-Anlagen, grünem Gas und E-Fuels (Abb. 5).

Studien prognostizieren wettbewerbsfähige Preise für synthetisch hergestellten Wasserstoff und Methan, die vergleichbar sind mit dem heutigen Preis für Erdgas. CO2-freie Brennstoffe helfen, das energiepolitische Dreieck Nachhaltigkeit/Versorgungssicherheit/Wettbewerbsfähigkeit zu optimieren – und damit den Standort Deutschland zu stärken. Durch den Einsatz eines breiten Technologiemix, zu dem auch erneuerbare Gase und Öle gehören, würden wesentlich geringere Kosten für die Energiewende entstehen als bei einem Szenario, das auf eine breite Elektrifizierung aller Sektoren setzt. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung und effektive Nutzung CO2-­freier Brennstoffe sollten daher zügig entwickelt werden. 

Arbeitsplätze und Wachstum schaffen
Nicht nur als wichtiger Treiber der Energiewende, sondern auch volkswirtschaftlich ist die Heizungsindustrie von entscheidender Bedeutung: Mehr als 100 Unternehmen mit etwa 75 000 Beschäftigen erwirtschaften etwa 15 Mrd. Euro im Jahr. Durch die Gebäudewende entstehen neue Produkte, Lieferketten und Geschäftsmodelle. Unternehmen haben eine hohe Innovationskraft und bieten digital vernetzte Heiz- und Raumklimatechnik für eine Vielzahl von Energieträgern schon jetzt an. Der Investitionsbedarf bleibt jedoch hoch. Entscheidungen für Forschung und Entwicklung benötigen einen verlässlichen politischen Rahmen für die Energiewende. Dann kann Wertschöpfung für zukunftsweisende Technologien – wie etwa hocheffiziente Wärmepumpen, stationäre Batterien oder datenbasierte Smart-Home-Services – auch langfristig in Deutschland erfolgen. Mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen bei Herstellern, Handwerk und Zulieferern.

Schritt in die richtige Richtung
Mit dem Klimaschutz-Paket hat die Politik zunächst ein positives Zeichen gesetzt. Es ist aber nur ein erster wichtiger Schritt. Es muss mehr folgen. Die Bürger müssen von den Chancen der Energiewende profitieren. Von Gebäuden, die ein angenehmes, gesundes Raumklima für Wohnen und Arbeiten bieten – mit bezahlbaren Energiekosten. Vom Strom, den sie selbst erzeugen, speichern, verbrauchen und ins Netz einspeisen. Von Anreizen, ihren Strom- und Wärmeverbrauch intelligent an flexible Preise anzupassen. Von Quartierslösungen, die Wärme, Kälte und Strom intelligent vernetzen. Eine bürgernahe Energiewende sichert Zustimmung und mobilisiert privates Kapital – nur so kann sie gelingen.


Viessmann ist liNear Premiumpartner. Der Datensatz steht liNear-Kunden kostenfrei für die Planung zur Verfügung.

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