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New Release!

Mal wieder viel mehr als ein Gruß aus der (Entwickler-)Küche

Die Herausforderungen für die jährlichen Major-Releases wachsen. Auf der einen Seite stehen neue Features in den Startlöchern, die sauber ausentwickelt, in sechs Sprachen übersetzt, getestet und dokumentiert werden wollen. Auf der anderen Seite klopfen zukünftige Kunden und Plattformwechsler an, die händeringend auf das Erscheinen unserer nächsten Version warten, um auch auf den neuesten Autodesk-Plattformen damit arbeiten zu können. Rund sechs Wochen nach Erscheinen der Autodesk-Versionen 2022 war es dann soweit: Die liNear Solutions V22 wurden planmäßig veröffentlicht. Die Anzahl der Downloads, die bereits in den ersten Tagen erfolgten zeigt auch, dass wir nicht zu früh dran waren. 

Das gesamte Entwicklerteam freut sich jedenfalls wieder – wie bei jedem Feature-Pack (Versionen mit neuen Features, aber ohne Plattformwechsel) – unsere Kunden mit der Lieferung von vielleicht lang gehegten Wünschen glücklich machen zu können, aber auch darüber, Sie mit einigen neuen Ideen, die Ihre Arbeitsprozesse verbessern werden, überraschen zu dürfen. 

Für diesen Artikel habe ich aus der Liste der Neuerungen je ein Beispiel herausgepickt, um zu verdeutlichen, was ich damit meine.

Beispiel 1: Berechnung von (Bestands-)Netzen auf Basis bereits modellierter Dimensionen

Als erstes Beispiel ein lange gehegter Wunsch vieler Rohrnetz-Kunden: Die Berechnung von (Bestands-)Netzen auf Basis bereits modellierter Dimensionen.

Zur Erläuterung: Das erste Ziel unserer Rohrnetzberechnungen in allen Gewerken ist immer die optimale Dimensionierung des Leitungsnetzes unter Berücksichtigung aller relevanten Randbedingungen. Dazu kommen dann noch so wichtige Dinge wie die korrekte Auswahl bzw. Auslegung von Komponenten, die Ermittlung der richtigen Einstellwerte für alle regulierenden Netzbauteile und nicht zuletzt eine vollständige Stückliste vom Erzeuger zum Verbraucher mit allen Leitungen und Fittingen inkl. Übergängen. Das alles geht sowohl, ohne es detailliert modelliert zu haben, also zum Beispiel im Schema, als auch in einem (vor-)dimensionierten 3D-Modell, egal ob in Revit oder AutoCAD. Dabei bieten die Rohrnetzberechnungen sogar eine Anpassung der modellierten Rohrdimensionen an die berechneten Rohrdimensionen an.

Aber was macht man zum Beispiel mit hydraulischen Systemen im Bestand? Ein häufig auftretender Fall ist die Erweiterung eines Netzes um neue Bereiche, ohne dass der bestehende Teil verändert werden soll. Das kann durchaus auch bei späten Änderungen noch während der Planungsphase auftreten. Auch ganz andere Gesichtspunkte der Bauplanung wie zum Beispiel die Kostenvorteile beim Gleichhalten von Baugruppen auch wenn hier und da kleinere Dimensionen möglich wären, spielen eine zunehmend größere Rolle.

Ein manuelles Fixieren von Dimensionen war zwar schon immer möglich – nun aber profitieren Sie davon, dass die modellierten Dimensionen komplett oder in Teilbereichen automatisch als „fest“ markiert in die Berechnung übernommen werden können, sodass sie von den Dimensionierungsroutinen nicht weiter optimiert werden. Der Einfluss der sich dort ergebenden Druckverluste auf die anderen Netzteile kann durchaus signifikant sein, sowohl für die Dimensionierung der zu optimierenden Teile, aber auch für die Auslegung der Netzbauteile und deren Einstellwerte. In der Trinkwasserrohrnetzberechnung ist es so beispielsweise sehr einfach möglich, hygienische Nachweise/Simulationen für Bestandsnetze durchzuführen.

Beispiel 2: Verbesserungen beim Thema „Trassenplanung in frühen Phasen“

Als zweites Beispiel möchte ich die Verbesserungen beim Thema „Trassenplanung in frühen Phasen“ nennen. Das war nichts, was wir aus den Wunschlisten der Anwender haben nehmen können, sondern etwas, was auf unserer eigenen Ideen-Roadmap stand und dem Anwender jetzt die Planung der Trassenführung nochmal deutlich vereinfachen wird. An sich ist die Trassenplanung in meinen Augen bisher schon ein tolles Werkzeug geworden, um frühzeitig modellbasierte Versorgungskonzepte zu entwickeln. Mit ein paar Vorlagen für unterschiedliche Trassenbelegungen, die man dann den einzelnen Abschnitten zuweisen kann, kommt man sehr schnell ans Ziel. Bisher wurden die benötigten Trassenbelegungen dafür aber im Querschnitteditor gleich detailliert erfasst, auch wenn dieser Detailgrad ganz zu Beginn noch gar nicht benötigt wurde. Neu ist jetzt, dass man die unterschiedliche Belegung zunächst viel schneller in reiner Listenform erfassen kann und erst dann, wenn man Aussagen über das konkrete Layout des Trassenquerschnitts machen möchte, die bereits definierten Medien übereinander und nebeneinander anordnet. Dafür ist der Querschnitteditor – auch wenn er noch nicht so alt war – noch einmal komplett neu entwickelt worden, um den veränderten Anforderungen gerecht werden zu können. Neben dem viel intuitiveren Handling per Drag&Drop hat er jetzt auch die Möglichkeit, korrekt auf Leitungs-Querschnittsänderungen zu reagieren. Auf diese Weise kann ein einmal definiertes Trassenlayout über viel weitere Strecken genutzt werden. Die beim Übergang in die Entwurfsplanung automatisch generierten Rohre und Kanäle werden damit präziser an die gewünschte Position gebracht, und das mit noch weniger Aufwand im Vorfeld!

Neben diesen beiden Beispielen finden Sie auf in unserem Whats new die vollständige Liste der wichtigsten Features unserer Version 22.

Während Sie das hier lesen, sind wir wieder tief in die Schleife aus Vorbereitung, Entwicklung, Test, Übersetzung und Dokumentation getaucht, um die nächsten Ideen und Wünsche veröffentlichen zu können, denn: Nach dem Release ist vor dem Release ...

Im nächsten Jahr wird es bereits im Frühjahr – zeitgleich mit dem Erscheinen des neuen AutoCAD bzw. Revit – ein sogenanntes „Plattform-Release“ geben. Wir werden unseren eigenen Feature-Zeitplan dafür nicht ändern, d. h. nur bis dahin fertiggestellte neue inhaltliche Dinge werden enthalten sein. Wichtiger ist uns bei diesem Release, dass wir noch früher unsere Lösungen für die dann brandneuen Plattformen von Autodesk liefern können.

Ich wünsche allen unseren Anwendern viel Freude beim Einsatz unserer Softwarelösungen und damit auch viel Erfolg, denn der stellt sich beim Arbeiten mit Freude ja fast von alleine ein!


Javier Castell Codesal