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V20 – Die Evolution

„Evolution statt Revolution” – eine gern zitierte Metapher, um auszudrücken: Eigentlich hat sich nicht viel geändert…
Für die liNear Solutions V20 ist aber das Gegenteil der Fall. Unsere „Subscription News“ – die Zeitschrift für unsere Kunden, die die wichtigsten Änderungen des Jahres dokumentiert – ist wieder mal briefkastenfüllend geworden.

Der Titel „Die Evolution“ steht hier für die Veränderung vom Guten zum Besseren. Und davon hat die V20 eine ganze Menge zu bieten.

Javier Castell Codesal
Geschäftsführer liNear GmbH

Nachdem wir im letzten Jahr mit unserer V19 völlig neue Lösungen für die Arbeit mit Revit liefern konnten, ist das diesjährige Release eine konsequente Weiterentwicklung unserer Ideen. Im Austausch mit unseren Kunden konnten wir zum Beispiel durch Zuhören und „beim Arbeiten über die Schulter schauen“ viele Detailverbesserungen realisieren. Aber auch einige Meilensteine unserer langfristigen Produktstrategie konnten bereits für die V20 realisiert werden. 

Lieber später als halbherzig
Ganz vorne mit dabei ist die „Schlitz & Durchbruchsplanung“. Wir sind sicher nicht die ersten, die eine S&D-Planung für Revit anbieten, dafür haben wir das Thema aber konsequent zu Ende gedacht. Wir hätten schon viel früher eine Version der Schlitz- und Durchbruchsplanung veröffentlichen können – aber wir wollten einen vollständigen Workflow für den digitalen Bauprozess abbilden. Denn das Platzieren eines benötigten Durchbruchs ist das eine; etwas völlig anderes ist es diesen und alle anderen „500 Durchbrüche“ sauber durch den Genehmigungsprozess zu begleiten ohne die Übersicht zu verlieren. Dieser Aufgabe haben wir uns gestellt und – wie ich finde – eine tolle Lösung sowohl für closed- als auch für open-BIM Prozesse auf die Beine gestellt. Das dafür notwendige neue Kollaborations-Framework mit dem dazugehörigen Controlboard-Tab „Aufgaben und Reports“ hat unabhängig von der „Schlitz & Durchbruchplanung“ seinen ganz eigenen Nutzen. Mehr Informationen dazu finden Sie in der liNear aktuell 02/2019 im Artikel „Kollaboratives Arbeiten in BIM-Prozessen“ ab Seite 8 oder hier.

Frische Luft für Produktdaten
Ein weiteres Highlight der Veränderungen in diesem Jahr war für mich auch die verbesserte Verwendung von Herstellerbauteilen in der Lüftung. Endlich haben unsere Kunden die Möglichkeit reale kaufbare Produkte in ihren Lüftungsplanungen so komfortabel einzusetzen, wie sie es von den anderen Gewerken schon lange gewohnt sind. 

Wer sich jetzt fragt: warum erst jetzt? Dem werde ich antworten: gute Frage! Und ich werde versuchen die Antwort zu liefern: Die Aufwände und somit auch die Kosten auf Hersteller- und Softwareseite sind bei Lüftungsbauteilen deutlich höher. Neben den Druckverlusten wollen unsere Kunden auch Schallemissions- und -absorptionswerte für Ihre Planung haben. Und die Menge an Produktvarianten ist auch um ein Vielfaches höher: Gibt es von einem Regulierventil vielleicht 15 unterschiedliche Größen, sind es bei Volumenstromreglern schon mal Hunderttausende. Da scheitern herkömmliche Methoden zur Datenerfassung und -verarbeitung. Daher haben die meisten Hersteller eigene Auslegungsprogramme mit großen Datenbanken im Hintergrund gepflegt, die Schall- und Druckdaten für einen bestimmten Auslegungsfall liefern konnten. Aber was nützt das, wenn sich in der Anlage die Volumenströme ändern? Sind die eingesetzten Bauteile noch geeignet? Welche Druck- und Schallwerte entstehen unter den veränderten Bedingungen? Um diese Fragen direkt in der Planung beantworten zu können, benötigten wir viel umfangreichere Daten als bisher. Mit einigen Herstellern sind wir bereits so weit. Andere ziehen noch nach. Diese Verbesserungen finden sich sowohl in den Lüftungsplanungen für Revit als auch für AutoCAD.

IFC
Eine Sache, die es eigentlich schwer hat auf diese Seite zu schaffen, weil man sie nicht als brandneues Feature ankündigen kann, möchte ich trotzdem besonders hervorheben: unseren IFC-Import für AutoCAD. Obwohl die IFC-Spezifikation schon lange existiert und alle möglichen Programme Zertifizierungen für den Im- und Export von IFC-Dateien erlangt haben, erhalten unsere Kolleginnen und Kollegen der Supportabteilung immer noch IFC-Dateien, deren Importergebnis nicht zufriedenstellend ist. Die Gründe sind vielfältig. Neben der Qualität des Exportprogramms spielen vor allem auch die Qualität der Gebäudemodellierung im Architekturprogramm und die „richtigen Einstellungen“ beim IFC-Export eine wichtige Rolle. Der Mensch ist also ein entscheidender Faktor und damit erklären sich auch die vielen unterschiedlichen „IFC-Varianten“. Man kann den Standpunkt einnehmen: Shit in leads to shit out, oder man versucht einfach das Beste daraus zu machen. Was natürlich mühsam ist.
Wir haben jetzt ein ganzes Mannjahr investiert, um möglichst viele dieser Varianten richtig interpretieren zu können. Ich bin guter Hoffnung, dass sich die Investition gelohnt hat. So langsam müssten wir ja mal alles gesehen haben.  

Gemeinsam sind Sie stark
Ein Thema, dem wir uns in der V20 gewidmet haben, weil wir unseren Kunden beim Arbeiten „über die Schulter geschaut haben“, ist „Worksharing“. Worksharing steht für die wertvolle Möglichkeit unter Revit mit mehreren Personen gleichzeitig an ein und demselben Gebäudemodell zu arbeiten. Genauer gesagt sogar am selben Dokument. Obwohl es natürlich besonderer Absprachen und dem Einhalten einiger Regeln bedarf, um das reibungsfrei zu ermöglichen, wird Worksharing von unseren Kunden sehr gerne eingesetzt. Nachdem wir uns aber angesehen haben, wie umständlich dies teilweise in der praktischen Anwendung zu handhaben ist, haben wir uns vorgenommen das zu verbessern. Dafür haben wir im liNear Controlboard Funktionen ergänzt, die die Arbeit mit Worksharing erleichtern. Das fängt schon bei der Erstellung von Arbeitsschnitten an – hier ist es wichtig, dass die vom Controlboard automatisiert angelegten Schnitte für jeden Anwender individuell erzeugt werden – und endet bei der detaillierten Betrachtung jeder einzelnen Einstellmöglichkeit im Programm. Wichtige Einstellungen, z. B. solche, die Einfluss auf Berechnungsergebnisse haben, dürfen nicht von zwei Anwendern gleichzeitig geändert werden, ohne dass dazwischen eine Synchronisation des Modells stattfindet. Sonst „verliert“ einer von beiden. Hingegen sollten Einstellungen, die beispielsweise bevorzugte Arbeitsweisen des Anwenders bestimmen, keine Synchronisation erfordern. Das würde den Arbeitsfluss nur unnötig einbremsen. Das ist viel Detailarbeit für uns, die sich aber am Ende für unsere Kunden auszahlt.

Netz (re-)dimensionierung
Ein Herzstück der liNear Solutions sind die Netzberechnungen für die verschiedenen Gewerke. Vollintegriert in die CAD-Plattformen CadInside, AutoCAD und Revit arbeiten alle ohne Umwege direkt mit den modellierten Rohr- oder Kanalnetzen. Das realisieren wir durch native Anbindungen der jeweiligen Rechenkerne an die unterschiedlichen Plattformen. So stellen wir sicher, dass wir die Möglichkeiten der Plattformen voll ausschöpfen können ohne den Vorteil zu verlieren, Erweiterungen des Rechenkerns nur einmal machen zu müssen. Im letzten Jahr haben alle Netzberechnungen etliche Erweiterungen erhalten, die wir jetzt gleichzeitig auf allen Plattformen anbieten können!

Nichtsdestotrotz bleiben die individuellen Arbeiten an der Plattformanbindung. Die meiste Energie haben wir im letzten Jahr dabei in die Weiterentwicklung der sogenannten „Modell-Redimensionierung“ gesteckt – also der automatisierten Anpassung des (CAD-)Modells an die berechneten Rohr- und Kanaldimensionen. Dafür haben wir viele reale Projekte als Aufgabenstellung herangezogen. Vor allem die Kanaldimensionen haben uns dabei vor Herausforderungen gestellt. Denn was bei Rohrleitungen noch einigermaßen einfach geht, wird bei Kanälen richtig schwierig. Der Wechsel bestehender Kanäle von rund auf rechteckig oder anders herum aufgrund veränderter Volumenströme ist da nur ein Beispiel. Mannigfaltige Übergangssituationen zwischen unterschiedlichen Querschnitten und Anschlusslagen ist ein anderes. Ich bin mir sicher, dass wir auch heute noch nicht jede Übergangssituation vollautomatisch redimensionieren können. Aber bei den 90 %, die wir bereits können, nehmen wir Ihnen die manuelle Arbeit gerne ab. Und wir bleiben dran. Versprochen. Sollten Sie Modelle haben, die sich als weitere Aufgabenstellung für die Entwicklung eignen, freuen wir uns, wenn sie uns diese zur Verfügung stellen. Die Geheimhaltung Ihrer Projekte ist dabei natürlich garantiert.

Javier Castell Codesal