Über Versorgungstrassen
Erklärt das Konzept von Versorgungstrassen im Zusammenhang mit der Vorentwurfsplanung.
Nachdem die Technikzentralen mit allen Planungsbeteiligten abgestimmt und platziert sind, können Versorgungstrassen konstruiert werden. Zunächst planen die technischen Gewerke gemeinsam den Verlauf von Versorgungstrassen für die Erschließung des Gebäudes. Im nächsten Schritt können die Trassen entweder mit geschätztem Platzbedarf konstruiert oder auf Basis der vorhandenen Raumdaten und Raumbedarfe berechnet werden.
Für die Konstruktion von Trassen mit geschätztem Platzbedarf verwenden Sie das Werkzeug Trasse <. Im Dialog Querschnitte können daraufhin alle benötigten Trassenquerschnitte definiert und dimensioniert werden. Zudem haben Sie die Möglichkeit, durch das Einfügen von Platzhaltern für Befestigungselemente den Platzbedarf der Befestigungen im Trassenquerschnitt zu berücksichtigen und frühzeitig sicherzustellen, dass die Layouts der Querschnitte befestigungstechnisch realisierbar sind. Die Trassenquerschnitte können anschließend mit dem Werkzeug Querschnitt zuweisen < den konstruierten Trassenkörpern zugewiesen werden.
Alternativ können Sie einer konstruierten Trasse über den Eigenschaften-Dialog sowohl die geplanten Rohre, Kanäle, Kabeltrassen und Leerrohre als auch die voraussichtliche Dimension derselben zuweisen. Aus dem Eigenschaften-Dialog können Sie zudem den Querschnittseditor öffnen und die bereits zugewiesenen Leitungen und die ggf. eingefügten Befestigungselemente räumlich verorten und bearbeiten.
Zu jedem Zeitpunkt dieses Prozesses können Sie Ihr gesamtes Trassenkonzept als IFC-Datei exportieren und laufend mit allen Planungsbeteiligten abstimmen.
Mit den Informationen aus den zugewiesenen Trassenquerschnitten können Sie alle Trassen redimensionieren, nach Bedarf das Material für die Leitungen anpassen und Letztere in den Trassen generieren. Im Querschnitt platzierte Befestigungselemente werden bei der Generierung der Trassen nicht mit erzeugt, da diese nur zur Berücksichtigung des Platzbedarfs der Befestigungen innerhalb der Trasse dienen.
Modellbasierte Berechnung von Trassendimensionen
Die modellbasierte Dimensionierungsberechnung von Trassen ermöglicht es, bereits in frühen Planungsphasen die Dimensionen von Versorgungstrassen und den darin enthaltenen Systemleitungen (z. B. Heizung, Lüftung oder Sanitär) zu bestimmen. Diese Berechnung kann auf Basis von Raumdaten durchgeführt werden, ohne dass bereits detaillierte Erzeuger- oder Verbrauchermodelle vorliegen. Aus der bereits existierenden Versorgungstopologie und Informationen zu Raumnutzung und Randbedingungen können die Trassen vordimensioniert werden. Die Daten aus der Dimensionierungsberechnung lassen sich sehr gut im Zusammenhang mit der raumbuchbasierten Planung weiterverwenden.
Das Ziel der Dimensionierungsberechnung von Trassen ist die Ermittlung von Verteiltopologien mit aufgeschlüsselten Medien sowie eine abgestimmte Führung der Steigzonen und Verteiltrassen. Aus der Information, welche Leitungen in welchen Dimensionen vorliegen, lässt sich unter Zuhilfenahme von trassenweisen Querschnittdefinitionen eine Dimensionierung dieser Sperrzonen erreichen, welche an die Bauwerksverantwortlichen zur weiteren Abstimmung kommuniziert werden kann.